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Gästebuch

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 1.09.2013

Frankreich 2013 - die Cevennen Tour, von der Cote d' Azur bis Chamalières

Wir fuhren mit dem Zug von München über Straßburg nach Sète an der Cote d' Azur. In Sète startete unsere etwa 650 km lange Radtour. Sie führte durch die Cevennen , ein Teil des Französischen Zentralmassives. Ziel der Tour war die Partnerstadt Chamalières von Geretsried , wo Anfang Juni 2013 die Feierlichkeiten zum 30-jährigen Jubiläum der Partnerschaft statt fanden. Bereits vor Chamalières wurden wir von unseren Freunden vom COC (Cycle Olympique Chamalièrois) herzlichst empfangen. Zurück ging es mit dem Zug von Clermont-Ferrand über Paris nach München.


Nachfolgend der Blog zu dieser Tour. Bitte auf die Bilder klicken für eine vergrößerte Ansicht.

1. Tag - Anreise zur Cote d' Azur

Samstag, 18. Mai , 10 Uhr: Abfahrt von zu Hause. Zuvor stellte ich noch schnell meinen Rucksack auf die Waage: 7,2 Kg! Das Wetter war gut, so dass ich die Tour gleich ab der Haustür mit dem Rad beginnen konnte. Wir hatten als Treffpunkt den Bahnhof in Wolfratshausen (Bild) verabredet um von hier gemeinsam mit der S-Bahn zum Hauptbahnhof in München zu fahren.

das Abenteuer mit Rädern in der Münchner S-Bahn

 Wir stellten unsere sechs Räder in das vorderste Radabteil der S-Bahn. Auf dem Weg bis nach München stiegen weitere Fahrgäste mit Fahrrädern ein, so dass es im Ausstiegsbereich recht eng wurde. Als die S-Bahn am Hauptbahnhof anhielt, schafften es nur vier von uns mit ihren Rädern aus dem Zug zu kommen. Neue Fahrgäste drängelten sich so rücksichtslos in den Zug, dass Klaus und ich es nicht schafften auszusteigen. Der S-Bahnfahrer hatte zwar gesehen, dass wir noch aussteigen wollten (denn unsere Tür befand sich direkt hinter dem Führerstand), trotzdem schloss er rücksichtslos die Türen und fuhr los. Erst beim nächsten Halt, am Stachus konnten wir aussteigen. Wir versäumten es dabei nicht, uns bei dem "freundlichen" S-Bahnfahrer für diese Extratour zu "bedanken". Wir hatten Glück im Unglück, denn nur wenige Sekunden später kam auf dem zweiten Bahngleis dieses Bahnsteigs eine in Gegenrichtung fahrende S-Bahn mit der wir wieder zum Hauptbahnhof zurück fahren konnten. Die anderen vier waren offensichtlich noch erschrockener wie wir zwei selbst, denn sie standen noch an der gleichen Stelle wie beim Aussteigen.

München bis kurz vor Straßburg

Der Fahrstuhl von der Ebene der S-Bahn bis zu den Fernzügen verlangte viel Geduld, so dass ich mein Rad lieber die Treppen hinauf trug. Unser Zug nach Karlsruhe stand schon im Bahnhof. Wir hatten jedoch reichlich Zeit um unsere Räder einzuladen. Der Zug fuhr aber aus unerklärlichen Gründen erst mit 10 Minuten Verspätung ab. Wir mussten deshalb befürchten, dass wir unseren Anschlusszug in Karlsruhe verpassen würden. In Karlsruhe mussten wir mit unseren Rädern den Bahnsteig wechseln. Großes Gedränge auf den engen Treppen! Margareta benutzte einen Aufzug, so dass wir uns aus den Augen verloren. Der Zug drohte jeden Moment abzufahren - aber wo war sie? Gerade rechtzeitig entdeckten wir, dass sie im Wagon vor unserem eingestiegen war. In unseren Wagon stiegen noch weitere Radfahrer ein, so dass wieder einmal kein Durchkommen möglich war.

Das Aussteigen in Appenweier klappte überraschend problemlos. Wir hätten von hier bis Straßburg mit dem Zugfahren können. Wir hatten uns jedoch entschieden bei gutem Wetter die etwa 30 km mit den eigenen Rädern zu fahren. Wir hatten dazu ausreichend Zeit und etwas Bewegung während dieser langen Bahnfahrt schadet nicht.

wir hatten viel Zeit und trotzdem beinahe den Zug verpasst

 In Kehl wurden wir leichtsinnig und entschlossen uns zu einem Abendessen in einem Straßenrestaurant. Doch bis wir damit fertig waren, war es sehr spät geworden. Auf der Rhein-Brücke (Bild) war es uns noch nicht bewußt, wie knapp es mit der Zeit werden würde um rechtzeitig im Bahnhof von Straßburg anzukommen. Irgendwann 'spannten' wir es, so dass die Fahrt durch das Zentrum von Straßburg recht chaotisch verlief. Zu allem Unglück war die GPS Navigation in den Straßenschluchten unzuverlässig und an einer Ampel hätten wir beinahe Martin "verloren". Irgendwann entdeckte ich am Ende einer Querstraße den markanten Bahnhof von Straßburg. Mein Schrei wurde zum Glück von den voraus fahrenden gehört. Wir rasten danach auf kürzestem Weg - entgegen einer Einbahnstraße - zum Bahnhof. Dort angekommen hatten wir nur noch etwa 5 Minuten Zeit bis zur Abfahrt! Glücklicherweise keine Treppen oder Fahrstühle. Doch dann die bange Frage, wie bekommen wir sechs Räder durch die engen Türen des "Night Express"? Walter musste dazu sein Vorderrad ausbauen! Klaus hatte keinen 7. Radstellplatz reservieren können und musste deswegen sein Rad als 'Handgepäck' mitnehmen. Geschafft! Kaum war das letzte Rad im Zug (Bild) , da fuhr der Zug auch schon los.

die Nacht im Alptraum-Wagen

Die Nacht im Liegewagen war nicht wirklich erholsam. Das Abteil war so eng, dass wir einen Teil unseres Gepäcks auf die Betten legen mussten. Ich versuchte auf dem verbleibenden Platz zu schlafen. Das monotone Geratter der Zugräder machte zwar auf Dauer müde, aber bei jedem Halt wurde ich wieder wach. Mangels einer geeigneten Lüftung musste das Fenster einen Spalt weit geöffnet werden. Das führte dazu, dass eisige Zugluft über mein Bett wehte. Nach einem ewig langem Halt gegen Mitternacht änderte der Zug die Fahrtrichtung, so dass hiernach Walter die Zugluft ab bekam.


Tagesbilanz: ca. 40 km (mit dem Rad)

2. Tag - Sète bis Béziers

Sonntag, 19. Mai , 5 Uhr: Ich wurde von einem geschäftigen Treiben im Schlafwagenabteil geweckt. Die anderen versuchten sich gerade in dem engen Abteil anzuziehen und alles wieder einzupacken. Etwas später versicherte uns die sehr freundliche Zugbegleiterin, dass sie den Zug in Sète so lange anhalten lassen werde, bis wir unsere Räder ausgeladen hätten. So war es dann auch. Dabei klappte auch unsere Zusammenarbeit schon viel besser. Zwei kümmerten sich um das Gepäck und die anderen trugen die Fahrräder aus dem Zug.

Jetzt war es kurz vor 6 und wir standen auf dem Bahnsteig von Sète (Bild). Die Sonne stand noch recht tief und es war kühl. Klaus müsste sein Fahrrad montieren und wir alle hatten unser Gepäck auf den Rädern zu verstauen. Vor der Abfahrt entdeckten wir, dass das Bahnhofs-Restaurant bereits geöffnet war. Es war nicht zu erwarten, dass wir zu dieser frühen Stunde am Sonntagmorgen ein anderes geöffnetes Restaurant finden würden. Also nutzten wir diese Gelegenheit für ein kleines Frühstück.

Wir hatten jetzt sehr viel Zeit. Es waren an diesem tag nur etwa 60 km zu Radeln und wir hatten dazu mindestens 10 Stunden Zeit. Es war deshalb auch mindestens eine Stunde später, als wir uns 'endlich' auf die Reise machten. In Sète ging es auf leeren Straßen vorbei an Kanälen mit vielen Booten. Die tief stehende Morgen-Sonne bescherte die schönsten Eindrücke (Bild). Weiter vorbei an endlosen Sandstränden in Richtung Marseillan Plage.

lange schöne Strände - aber keine Lust zum Baden

Unsere Begeisterung für ein Bad im Meer hielt sich auf Grund der bescheidenen Temperaturen und des Windes in Grenzen. Nur Martin nutzte die Gelegenheit (Bild).

Geisterfahrer

 Der schöne Radweg auf dem wir seit Sète fahren konnten endete kurz hinter Marseillan Plage . Die Straße 'Route d' Agde' mündete hier in einen Autobahn-ähnlichen Ausbau. Wir waren auf Grund unserer Planung vorgewarnt, so dass wir rechtzeitig vor den Mittel-Leitplanken die Straßenseite wechseln konnten um dann ein paar hundert Meter als Geisterfahrer bis zur nächsten Abzweigung zu fahren. Rechts und Links der Straße liegt ein sumpfiges Naturschutzgebiet, so dass man als Radfahrer keine andere Alternative hat.

In Cap d`Agde die erste wirkliche Panne unserer Routen-Planung: Laut Karte war eine vierspurige Hauptstraße über per Brücke überquerbar, doch am Ende dieser Brücke wartete eine lange Treppe auf uns. Sie zwang uns zum Tragen der Räder. Hiernach versorgten wir uns erst einmal mit Proviant um danach am Strand von Cap d' Agde ein Mittags-Picknick zu machen.

auf einem der schönsten Radwege Frankreichs

Weiter entlang unter endlosen Platanen am Midi-Kanal (Bild) bis Béziers. Zwischendurch machten wir viele kleine Pausen und eine längere 'Kaffee'-Pause in einem Gartenlokal direkt am Midi-Kanal. Der Midi Kanal ist eigentlich eine eigene Reise wert!

Es war noch früher Nachmittag als wir im Zentrum von Béziers ankamen. Jetzt waren es nur noch etwa 4 km bis zu unserem Hotel, welches aber erst um 17 Uhr öffnete. Zur Überbrückung der Wartezeit relaxten relaxten wir in der typisch französischen Allèes Paul Riquet. Die Ruhe hielt aber nicht lange an, denn es entdeckte uns ein Deutsches Ehepaar, welches mit Wohnmobil und Mountainbikes in der Gegend unterwegs war. Er musste uns unbedingt von seinen Beobachtungen an einem Nudisten-Strand berichten. Wir konnten es nicht erwarten, bis dass sie endlich weiter zogen.

Abendessen im Selbstbedienungs-Restaurant

Weiterfahrt zu unserem gebuchten Hotel in Burjan-sur-Libron . Das Hotel war während der Planung so etwas wie eine 'Notlösung', denn es war zu befürchten, dass wir zu Pfingsten keine Unterkünfte an der Cote d' Azur finden würden. Das Hotel lang relativ abseits und hatte kein Restaurant. Die Dame von der Rezeption empfahl uns zu einem etwa drei Kilometer entfernten Supermarkt mit einem Selbstbedienungs-Restaurant zu fahren. Na ja, Essen in Frankreich hatte ich mir anders vorgestellt. Das Essen in diesen SB-Restaurant war preiswert und erstaunlich gut. Nach der Rückkehr im Hotel veranstalteten wir ein Billard Match (Bild): Margareta, Martin und Harald gegen Magdalena, Klaus und mich. Die schwarz-weiße Kugel wollte einfach nicht ins Loch, deshalb einigten wir uns darauf, dass um 22 Uhr Schluss ist - egal wie der Stand ist. Zwei Minuten vor 22 Uhr schubst Klaus endlich die Kugel in das richtige Loch - Feierabend!


Tagesbilanz: ca. 64 km, 250 Höhenmeter, 3¾ Std. Fahrzeit, Durchschnitt: 15 km/h

3. Tag - Béziers bis Lodéve

Montag, 20. Mai , 9 Uhr: Nach dem Ausschlafen und einem eher bescheidenen Frühstück im Hotel der Aufbruch zu unserer zweiten Etappe. Wir hatten ideales Radfahrer-Wetter. Der Weg führte uns über einsame Straßen und ein paar Schotterwege. Irgendwann begegnete uns ein Mann mit zwei Hunden. Er schafft es gerade noch, einen seiner Hunde zu festzuhalten, aber der zweite Hund lief mindestens einen Kilometer weit kläffend neben uns her. Der Köter sah offensichtlich das erste Mal Radfahrer.

durch Furten und endlose Alleen

Wir fuhren durch eine wirklich sehr ländliche Gegend. Die Route führte durch eine Furt. Die tiefste Stelle war etwa 10 cm. Wenn man mit der richtigen Geschwindigkeit durch rollte, dann musste man nicht mit den Füßen eintauchen. Etwas später fuhren wir vor Neffiés durch eine wunderschöne ewig lange Platanen Allee (Bild). Danach der erste wirkliche Anstieg dieser Tour. Wie gerufen, kamen wir oben an einem Picknick-Platz vorbei. Zeit für eine Mittagspause.

 Etwas später führte unsere Route durch Mourèze . Oberhalb von Mourèze gibt es interessante Felsformationen zu sehen. Auf dem weiteren Weg überraschte uns jedoch eine noch erheblich interessantere Landschaft. Mit etwas Phantasie konnte man in den Felsen Figuren erkennen.

Fahrrad-Waschstraße

wegen Hochwasser gesperrt

Auf dem weiteren Weg näherten wir uns dem Lac du Salagou. Martin raste erst einmal an der Abzweigung vorbei. Danach entdeckten wir, dass der Weg zum Lac du Salagou wegen Hochwasser gesperrt war, zumindestens soweit wir die Ausschilderung verstanden. Wir versuchten es trotzdem. Drei Furten waren der Grund für die Warnung. Wir konnten die Furten mit unseren Fahrrädern problemlos durchqueren (Bild). Die ganz vorsichtigen von uns zogen sich dazu vorher die Schuhe aus. Im weiteren Verlauf mutierte unsere geplante Route in einen rot-schlammigen Trail. Wir zogen es deshalb vor, lieber umzudrehen und die oberhalb führende Straße zu benutzen.

Hier gab es eine Gelegenheit für eine Kaffeepause. Das Restaurant lag etwa 25 Meter tiefer wie die Straße, so dass die extrem steile Zufahrt eine kleine Herausforderung für Radfahrer darstellt. Auf dem Bild sieht man, wie sich Klaus gerade hoch bemüht. Während der Weiterfahrt schlug Klaus plötzlich Alarm, denn gemäß seinem Navi sei die Straße nicht durchgängig befahrbar. Dies entsprach nicht meiner Karte und erwies sich später als Fehlalarm.

typisch französische Küche

Wir konnten unser gebuchtes Hotel in Lodéve auf kürzestem Weg durch die engen Gassen sofort finden. Das Hotel hatte kein eigenes Restaurant, so dass uns die Dame an der Rezeption einen Tipp für ein wirklich gutes Restaurant gab. Auf dem Weg dorthin liefen wir zunächst einmal in die falsche Richtung. Das Restaurant war von außen unscheinbar, die Küche typisch französisch und sehr gut.


Tagesbilanz: ca. 63 km, 790 Höhenmeter, 4½ Std. Fahrzeit, Durchschnitt: 14 km/h, 22°C

4. Tag - Lodéve bis Millau

Dienstag, 21. Mai : Das Wetter hatte sich über Nacht verschlechtert, der Himmel war bei der Abfahrt in Lodéve grau. Nach etwa einer halben Stunde Fahrt kamen wir so hoch in die Wolken, dass das Anziehen der Regensachen notwendig war. Irgendwo auf dieser Strecke wurde es recht eng weil gerade ein Kamerateam den Weg verengte. Der Weg führte ewig lange mit etwa 5 bis 10% Steigung aufwärts, so dass sich die Gruppe immer mehr auseinander zog.

die Höhlenwanderung

Es war geplant, dass wir oben, in etwa 650 Meter Höhe die Grotte du Labeil besichtigen. Es war abzusehen, dass es zeitlich sehr knapp wurde, um die 11 Uhr Führung zu erreichen. Ich hatte deshalb schon den Plan einer Besichtigung aufgegeben. Ich kam etwa 5 Minuten vor 11 an der Höhle an. Nur kurze Zeit später kamen auch Magdalena und Martin an, beide waren fest entschlossen an der Besichtigung der Höhle teilzunehmen. Harald erklärte sich bereit, sich um unsere Räder zu kümmern und auf den Rest der Gruppe zu warten. Wir hatten nicht einmal mehr Zeit zum Umziehen. Unter der Regenjacke war ich vom Schwitzen mindestens so nass wie außen vom Regen. Wir rannten zur Kasse und konnten danach gerade noch die kleine Besuchergruppe erreichen.

Die Dame, die uns durch die Höhle führte sprach nur Französisch, aber alle Besucher kamen offensichtlich aus Deutschland. Einer aus der Besuchergruppe erklärte sich bereit zum Übersetzen: Ein Bach hatte vor Urzeiten die Höhle geformt (Bild). Am Anfang der Höhle sah man Skelette liegen, etwas später waren unendlich viele Stalagmiten und Stalaktiten zu bestaunen. Ich hatte den Eindruck, dass der Weg durch die Höhle kein Ende nehmen wollte, denn es war mir recht kühl in meiner feuchten Regenjacke.

den Berg hinauf um wieder warm zu werden

Endlich wieder aus der Höhle heraus, hatte ich nur einen Wunsch: schnell weiter den Berg hinauf zu fahren um wieder warm zu werden. Der Regen hatte inzwischen aufgehört, so dass man endlich in das Tal, in dem wir zuvor hochgefahren waren, hinunter sehen konnte (Bild).

Die anderen berichteten, dass Margareta bereits voraus gefahren sei, also ein Grund mehr für mich um nicht länger zu warten. Ich traf Margareta nach etwa 5 km. Sie wartete seit fast einer Stunde an einer Wegkreuzung. Weil ich den Weg auf Grund meines Navi genau kannte und in meiner feuchten Jacke nicht wieder kalt werden wollte führen wir gemeinsam weiter ohne länger auf die anderen zu warten.

ein Unglück Verweis kommt selten alleine

 Etwas später sahen wir von einer Anhöhe aus, dass der Rest der Gruppe uns in etwa 2 Kilometer Entfernung folgte. Etwa 3 km weiter entdeckten wir in Le Caylar gegenüber der Sculptè (Bild) ein gemütliches Restaurant und warteten dort (endlich) auf die nachfolgenden. Sie kamen etwa 10 Minuten später an. Anstatt eines Dank für die Idee, in dem Restaurant eine Mittagspause zu machen, ernteten wir einen Verweis vom Tourenleiter. Er könne es nicht verantworten wenn wir soweit voraus fahren.

Als ich mein Fahrrad abstellen wollte, kommt eine Frau aus dem Restaurant auf mich zu. Ich dachte zunächst, dass mich jetzt der zweite Mecker des Tages trifft, weil ich mein Rad hier nicht abstellen darf. Falsch gedacht! Es war die Wirtin, sie wollte uns lediglich sagen, dass wir unsere Räder in der Garage unterstellen dürfen. Die Garage schaute zwar aus wie ein Sperrmüll-Lagerplatz, aber hier waren unsere Räder sicherer wie auf der Straße. Das Essen war gut. Noch wichtiger war, dass wir uns wieder aufwärmen konnten!

der Wind kommt immer von vorne (alte Radfahrer-Weisheit)

Die Weiterfahrt war wegen der endlosen Steigung und des Gegenwindes relativ anstrengend (Bild). Endlich ging es hinunter in das Dourbie Tal.

Der Downhill machte jedoch wegen der Kälte keinen wirklichen Spaß. Die Straße durch das Tal der Dourbie zog sich bis Millau ewig lang dahin. Weil jeder möglichst mit seinem Tempo fahren wollte, verlor sich die Gruppe immer wieder aus den Augen. Die voraus fahrenden mussten viele Wartepausen einlegen. Es war auch die anstrengendste Etappe dieser Tour.

der Hotel-Flop

Endlich in Millau angekommen erwartete uns eine Enttäuschung, denn das Hotel Campanile lag hoch oberhalb von Millau. Nach diesem Anstieg die nächste Enttäuschung: Das Hotel erwies sich als einfaches Motel ohne wirkliches Restaurant und ohne eine Unterstellmöglichkeit für unsere Räder. Wir sollten die Räder auf dem Parkplatz abstellen! Allgemeiner Protest! Auch die Zimmer waren so eng, dass wir die Räder keinesfalls mit hinein nehmen hätten können. Nach anfänglichem Zögern bot uns das Hotelpersonal dann doch an, unsere Fahrräder in einem Konferenzraum abstellen zu dürfen. Für das Abendessen bekamen wir den Tipp, zu einem einige hundert Meter entfernten Bowling Restaurant zugehen. Das Essen dort war jedoch besser als wir es erwartet hatten.


Tagesbilanz: ca. 75 km, 1270 Höhenmeter, 5¼ Std. Fahrzeit, Durchschnitt: 14 km/h, 11,5°C

5. Tag - durch den Gorges du Tarn

Mittwoch, 22. Mai : Wir hatten keine Lust auf ein Frühstück in dem primitiven Hotel und rollten deshalb hinunter in das Zentrum von Millau. Dort fanden wir auch prompt ein Straßen-Café, gleich nebenan konnten wir uns mit Backwaren für das Frühstück und das Mittags-Picknick versorgen.

eine 2,5 km lange Brücke - aber wir finden sie nicht

Von Millau aus ist der berühmte Viaduc de Millau - eine gigantische Autobahnbrücke - zu sehen. Uns gelang es aber erst nach einigen Herumirren in den Straßen von Millau von der Pont Lerouge aus (Bild). Nach einigen weiteren Verzögerungen konnten wir dann endlich in Richtung Gorges du Tarn fahren.

der landschaftliche Höhepunkt unserer Tour

Diese Etappe versprach ein landschaftlicher Höhepunkt unserer Tour zu werden. Zitat aus dem WWW : " Eine der schönsten Flusslandschaften Frankreichs findet man nordöstlich von Millau. Bis zu 400 Meter tief hat sich hier der Tarn in die Karstebenen der Cevennen förmlich hinein gefressen. In der engen Schlucht schlängelt sich eine Straße neben dem Fluß entlang. Oft mussten an besonders engen Stellen Tunnel in die Felsen gehauen werden . "

 Wir hatten Glück! Die Tour war dann auch wegen des guten Wetters ein echtes Erlebnis. Die Bilder dieses Tages sagen wohl mehr aus, als tausend Worte. Gegen Mittag fanden wir am Ufer der Tarn einen schönen ruhigen Platz für ein Picknick.

Ursprünglich war geplant, an der Tarn entlang bis Florac zu fahren. Wir konnten aber dort keine freien Zimmer reservieren. Jedoch etwa 10 km vorher in Ispagnac, was sich für uns als ein richtiger Glücksfall erwies.

das Hotel in Ispagnac, ein Glücksfall

Das Hôtel Les Vignes Rouges in Ispagnac lag direkt an der Durchgangsstraße, trotzdem fuhren wir erst einmal dran vorbei. Wir konnten unsere Fahrräder im Hinterhof des Hotels abstellen. Das Abendessen im Hotel war Spitzenklasse, denn es kochte der Chef selbst!

Unsere eigene Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit für den nächsten Tag in Mende blieb erfolglos, so dass wir das Hotelpersonal um Hilfe baten. Bingo! Ein Bekannter des Hotel-Chefs betrieb in Mende ein Hotel, so dass die Reservierung schnell erledigt war. Am nächsten Tag erfuhren wir dann den Grund, weshalb wir keine freien Hotelzimmer in Mende finden konnten: es fand hier gerade ein mehrtägiges Motorrad-Rennen statt.


Tagesbilanz: ca. 82 km, 590 Höhenmeter, 5¼ Std. Fahrzeit, Durchschnitt: 14,6 km/h, 19°C

6. Tag - Ispagnac bis Mende

Donnerstag: 23. Mai : Um von Ispagnac (500 m) nach Mende (800 m) zu kommen muss man auf etwa 1000 Meter steigen. Die ursprünglich geplante Route enthielt erhebliche Anstiege, so dass wir kurzfristig eine Alternative wählten. Margareta, Walter, Klaus und ich entschieden sich für eine kürzere etwa 27 km lange alternative Strecke. Magdalena, Harald und Martin fuhren die etwa 50 km lange ursprünglich geplante Route.

Regenschauer!

Unsere Route führte von Ispagnac zunächst in Serpentinen aufwärts. Dabei wurde der Himmel immer bedeckter und es begann schließlich im Bereich der höchsten Stelle unserer Route an zu regnen. Als wir wieder etwas tiefer kamen, hörte der Regen glücklicherweise wieder auf.

das verwaiste Hotel

Es war gegen Mittag als wir am Hotel Le Lion d' Or in Mende ankamen. Die Eingangstür war weit geöffnet, aber es war weit und breit kein Personal findbar. Wir trugen unser Gepäck hinein und warteten in den Sesseln. Nach etwa 2 Stunden wurde die Rezeption endlich besetzt. Das Hotel war offensichtlich schon vor längerer Zeit stillgelegt worden (was auch der Website zu entnehmen ist) und diente offensichtlich nur noch als Ausweich für das am anderen Ende von Mende liegende Haupthaus URBAIN V (Name des einstiegen Papst von Mende). Später erfuhren wir, dass wir uns erst dort hätten melden sollen.

Stadtrundgang in Mende

Den weiteren Nachmittag verbrachten wir mit einem Spaziergang durch das Zentrum von Mende, wobei wir unter anderem auch die Kathedrale (mit zwei unterschiedlichen Türmen) besichtigten. In einem Schaufenster war als Blickfang ein Rennrad für Leute mit überlangen Armen ausgestellt (Bild).

Die zweite Gruppe erzählte nach ihrem Eintreffen von extremen Anstiegen während ihrer Fahrt, aber sie hatten unterwegs keinen Regen.Ich hatte wohl am Morgen die falsche Entscheidung getroffen.

Zum Abendessen hatten wir einen Tisch im Restaurant Le Duo Gourmand reserviert. Wir wurden hier ganz exklusiv bedient, denn andere Gäste kamen während dieser Zeit nicht hinein.


Tagesbilanz: ca. 27 km, 610 Höhenmeter, 2 Std. Fahrzeit, Durchschnitt: 12,7 km/h, 12°C

7. Tag - Mende bis Garabit

Freitag, 24. Mai : Es lagen wieder viele Steigungen vor uns, so dass Margareta bereits etwa eine Stunde vor der Gruppe startete. Wir wollten sie spätestens in Saint Cély d'Apcher einholen. Als wir am Hotel in Mende losfahren wollten entdeckte Klaus, dass der Reifen seines Hinterrades platt war. Das Auswechseln des Schlauches verzögerte unsere Abfahrt um etwa eine halbe Stunde. Margareta war somit inzwischen sehr weit voraus.

Eiskalt

Die Route stieg von Mende aus sofort erheblich an. Je weiter und höher wir kamen, desto kälter wurde es und umso weißer die Landschaft (Bild). Es war mir so kalt, dass ich meine Handschuhe und Gamaschen benötigte.

hier gibt es nichts

In Serverette war Zeit für eine Mittagspause. Im ersten Gasthaus das wir betreten wollten wurde uns angedeutet, hier gibt es nichts! Zuvor war es offensichtlich von Bauarbeitern "überfallen" worden. Etwa ein Kilometer fanden wir ein weiteres Gasthaus. Es standen bereits einige Lastwagen davor und innen brannte der Kamin. Echt gemütlich! Zunächst gab es ein paar sprachliche Verwirrungen. Der Wirt räumte deshalb zunächst den Tisch ab und dann wieder auf, als wir uns so weit verständigt hatten, dass es klar war, wir alle wollen eine Suppe essen. Die warme Suppe und die Wärme des Kamins (Bild) taten uns gut.

bin schon da ...

Per Handy erfuhren wir, dass Margareta inzwischen schon in Saint Cély d' Apcher auf uns wartete. Wir hatten keine Chance ihren Vorsprung aufzuholen. Wir kamen etwa 1½ Stunden später in Saint Cély d' Apcher an.

zum abgelegenen Landhaus

Jetzt lagen noch weitere 1½ Stunden Fahrt bis zum Hotel vor uns. Die Auberge de la Pagnoune ist ein kleines sehr ländliches und etwa 3 Kilometer abseits unserer Route gelegenes Hotel. Zuvor war es uns nicht gelungen Zimmer in einem der Hotels im Bereich des Viaduc du Garabit zu reservieren. Die Zufahrtsstraßen zur Auberge de la Pagnoune waren nicht in unseren Karten eingezeichnet, so dass wir die Position über seine Koordinaten (3°12'41"E, 44°57'34"N) per Navi suchen mussten. Die Website des Hotels ist wegen der vielen Bilder empfehlenswert (allerdings stimmen die dort angegebenen GPS Koordinaten nicht).

 Das Hotel war ein typisches Landhaus der Gegend mit dicken Natursteinmauern. Wir konnten unsere Fahrräder in einer Scheune abstellen. Die Zimmer waren klein aber originell und liebevoll eingerichtet. Im Gemeinschaftsraum brannte ein offenes Kaminfeuer. Die Plätze davor waren wortwörtlich "heiß" begehrt. Als Abendessen wurde uns ein mehrgängiges Menü serviert, welches auf einer großen Kreidetafel angekündigt wurde. Eine echtes Erlebnis und eine schöne Abwechselung während unserer Tour!


Tagesbilanz: ca. 65 km, 1290 Höhenmeter, 4¾ Std. Fahrzeit, Durchschnitt: 15 km/h, 5°C

8. Tag - Garabit bis Saint-Flour

Samstag, 25. Mai : Der Tag begann mit Nieselregen. Als wir am Viaduc de Garabit ankamen, riss die Wolkendecke glücklicherweise etwas auf.

Auf getrennten Wegen

Die Tour bis Saint-Flour war relativ kurz, so dass wir uns in zwei Gruppen aufteilten und uns später im reservierten Hotel wieder zu treffen. Margareta, Magdalena und Walter fuhren ab Garabit direkt nach Saint-Flour.

Die Extra-Tour

Harald, Martin, Klaus und ich wählten die längere Route um den Lac de Garabit / La Truyère. Die Route um diesen Stausee lohnte sich nicht nur wegen der landschaftlichen Reize. Es ging drei mal von 750 auf über 900 Meter hoch, so dass die sportlichen Aspekte nicht zu kurz kamen. Ein besonderes Highlight während dieser Tour war die Ruine des Chateau d' Alleuze. Wir sahen sie zunächst von unten, dann von der Seite und anschließend von oben, und jedes mal in einem anderen Licht.

Spaziergang in Saint-Flour

In Saint-Flour suchten wir das Tourismusbüro auf, um uns bei der Suche nach Unterkünften für die nächsten Tage helfen zu lassen. An unserem nächsten Etappenziel Allanche fand an diesem Wochenende eine Großveranstaltung statt, weswegen wir selbst keine freien Hotelzimmer finden konnten. Im Tourismusbüro schlug man uns vor, in einer Gitè (Ferienwohnung) zu übernachten, sie lag etwa 5 km entfernt von Allanche. Das klang für uns interessant, so dass wir sofort reservierten. Auf dem Rückweg zum Hotel kauften wir in einem Supermarkt diverse Lebensmittel für das Abendessen in der Gitè.

Panik

 Im Grand Hotel l' Etape wurde uns ein Bild mit einer Schnee-bedeckten Straße aus der Gegend unseres nächsten Tagesziels gezeigt. Panik brach in der Gruppe aus. Es kam zu heftigen Diskussionen über unsere weitere Route. Aber Klaus lies sich als Tourenleiter nicht beirren. Ich war auch seiner Meinung, dass die Straßen wieder frei sein werden, bis wir dort sind. So war es dann auch ... 


Tagesbilanz: ca. 52 km, 950 Höhenmeter, 4 Std. Fahrzeit, Durchschnitt: 13,5 km/h, 9°C

9. Tag - Saint-Flour bis Allanche

Sonntag, 26. Mai : Das Wetter war relativ gut, etwas Sonne, aber sehr kühl. Wir mussten erst einmal ein paar Kilometer weit bergauf fahren, so dass es zum Aufwärmen reichte. Am Horizont vor uns sahen wir die Schnee-bedeckten Berge. Neben der Straße war es jedoch stets grün. Bei Neussargues führte unsere Route hinunter in das Tal der L'Alagnon. Der weitere Verlauf unserer Route war jedoch recht bequem, da die Straße dem Verlauf der L'Allanche folgte.

Restaurant complete

Im Städtchen Allanche wollten wir in einem Restaurant zu Mittag essen. Vor dem einzigen geöffneten Restaurant steht jedoch eine Tafel mit der Aufschrift "complete". Überall in Allanche waren die Spuren des großen Festes vom Vortag zu sehen. In der Not des aufkommenden Hungers entdecken wir eine geöffnete Metzgerei. Einige von uns kaufen kurz entschlossen ein paar Brathähnchen. Aber wo können wir sie essen? Neben der Metzgerei befand sich ein Café. Die Wirtin fühlte sich zunächst von uns überfallen, doch dann bekamen wir zu den bestellten Getränken auch ein paar Teller für die mitgebrachten Hühner.

alternative Fahrräder

 Nach dieser Mittagspause hatten wir noch viel Zeit. Klaus schlug deshalb vor, dass wir unsere Fahrräder gegen Draisinen austauschen sollten. In dieser Gegend gibt es viele stillgelegte Bahngleise, auf denen man als Tourist mit Vèlorail (Draisinen) herum fahren kann. Am Bahnhof von Allanche standen zwar mindestens 20 dieser Gefährte bereit, aber der Kiosk war geschlossen. Auf der Website erfährt man, dass eine Fahrt "semi-sportif" mindestens 2 Stunden dauert und pro Vèlorail 28 € kostet. Na, ja, die Frage bleibt wohl offen, ob wir wirklich damit gefahren wären?

endlich Schnee

Es blieb uns deshalb nichts anderes übrig, wie zur reservierten Ferienwohnung Gite d' Etape zu fahren. Sie lag im etwa 5 km entfernten und etwa 200 Meter höher gelegenen Ort Pradiers. Auf dieser Strecke kamen uns hunderte von Wanderern entgegen. In Pradiers angekommen, lag noch etwas Schnee am Straßenrand, so dass eine kleine Schneeballschlacht entbrannte. Schnee ist offensichtlich hier der Normalzustand, zumindest wenn man die Bilder auf der Website sieht.

 Die Vermieterin der Gite erkannte uns sofort. Sie war gerade dabei, die vielen Wanderer mit Getränken zu versorgen. Wir konnten unsere Räder in einem großen Keller unter der Ferienwohnung abstellen. Die Ferienwohnung war der absolute Hit für uns! Mitten im Gemeinschaftsraum brannte ein Ofen, es gab drei Schlafräume und ein extra großes Bett für Klaus. Es gab in der Gite wohl kein Einrichtungsgegenstand, der nicht mit Bildern von Rindern verziert war. Es war der reinste "Rinderwahn".

wo ist der Wein für das Abendessen?

Mangels eines Restaurants hatten wir unserer Abendessen bereits in Saint-Flour eingekauft. Aber was konnten wir trinken? Es kam der Vorschlag: Wasser. Nicht wirklich! Wir, Klaus und ich, entschieden uns spontan dazu, noch einmal nach Allanche hinunter zu fahren und ein paar Flaschen Wein zu kaufen. Wir benötigten nur etwa 4 Minuten hinunter bis Allanche. Drei Flaschen Wein waren schnell gekauft. Wir radelten mit voller Power zurück hoch nach Pradiers. Ich konnte dabei meine Lunge endlich wieder einmal richtig "durchlüften".

Wieder zurück in der Gite war das Abendessen schon fast fertig vorbereitet. Es war zwar kein Gourmet-Menü, aber sehr originell und satt geworden sind wir alle. Der Wein reichte sogar über das Abendessen hinaus.


Tagesbilanz: ca. 42 km, 770 Höhenmeter, 3¼ Std. Fahrzeit, Durchschnitt: 13 km/h, 12°C (ohne "Wein-Tour")

10. Tag - Allanche bis Riom-es-Montagnes

Montag, 27. Mai : Die Vermieterin der Gite brachte uns das Frühstück in einen Korb. Es war reichlich und gut, zudem hatten wir noch Käse vom Vorabend übrig.

einsame Straßen

Das Wetter war trocken aber relativ kühl. Es lag eine relativ kurze, aber recht hügelige Strecke auf kleinen Nebenstraßen vor uns. Dabei kamen wir mehrmals durch kleine Orte, die fast ausgestorben waren. Mehr als die Hälfte der Häuser waren unbewohnt, die Fensterläden waren zu und Unkraut wucherte auf den Zugangswegen. Für uns ungewohnte Anblicke.

zu früh am Ziel

 Es war Mittagszeit als wir in Riom-es-Montagnes ankamen. Das Hotel war noch geschlossen. Wir fanden jedoch im Zentrum ein geöffnetes Restaurant. Hier bewies die Gruppe einmal mehr den "Zusammenhalt". Nachdem auf der Straße keine ausreichenden Tische frei waren, baten wir die Bedienung im Restaurant zwei Tische zusammen zustellen. Kaum war dies geschehen, wanderte die halbe Gruppe wieder aus dem Restaurant.

Nach dem Mittagessen suchten wir das Tourist Office auf und baten um Hilfe für die Suche einer Unterkunft in unserem nächsten Etappenziel La Bourboule, was dann auch prompt für uns erledigt wurde. Bei dieser Gelegenheit baten wir um Tipps für Aktivitäten in Riom-es-Montagnes: Wir könnten die Kirche besichtigen, aber die wäre jetzt wegen einer Veranstaltung belegt, auch könnten wir in die umliegenden Orte fahren …

Extra-Tour

Magdalena, Walter, Martin, Klaus und ich entschieden uns für eine Extratour in Richtung Apchon . Dabei kamen wir an einer markanten Burgruine vorbei (Bild), der Website von Apchon nach die einzige Sehenswürdigkeit neben der L'èglise. An einem großen Brunnen wollten Magdalena und Walter ihre Wasserflaschen auffüllen. Dies hatte ein Anwohner beobachtet. Er kam sofort um uns zu warnen, denn das Wasser sei nicht zum Trinken geeignet. Er zeigte uns eine andere Stelle, wo es Trinkwasser gab. Während der weiteren Tour bekamen wir die extrem hügelige Landschaft zu spüren. Die Anstiege auf der Strecke von Saint-Hippolyte nach Collandres waren meist nur mit der kleinsten Übersetzung zu schaffen. Am Horizont waren die über 1500 m hohen schneebedeckten Berge zu sehen.

Extrem enge Zimmer im Hotel

Als wir wieder in Riom-es-Montagnes zurück waren, war das Hotel Lutea bereits geöffnet (es wirbt auf der Website mit 24 Std. Zugang per Automat!). Das Hotel war im Stil eines Motels gebaut, die Zimmer waren extrem klein und das Bad Rekord-verdächtig klein und eng. Aber wir konnten unsere Fahrräder in einer Garage unterstellen. Für das Abendessen bekamen wir die Empfehlung, zu einem wenige hundert Meter weit entfernten Restaurant zu gehen. Das Restaurant machte auf uns den Eindruck einer Kantine für Viehhändler. Der ganze Ort Riom-es-Montagnes lebt offensichtlich hauptsächlich vom Viehhandel und einer Käsefabrik (Blauschimmelkäse).


Tagesbilanz: ca. 39 km, 450 Höhenmeter, 2½ Std. Fahrzeit, Durchschnitt: 15 km/h, 16°C
+ Extra-Tour: 23 km, 670 Höhenmeter, 2¼ Std. Fahrzeit, Durchschnitt: 12 km/h

11. Tag - Riom-es-Montagnes bis La Bourboule

Dienstag, 28. Mai : Die Wetterberichte hatten für diesen Tag starken Regen vorher gesagt. Als wir unsere Fahrräder aus der Hotel-Garage holten wurde der Himmel bereits dunkel. Also sofort die Regenklamotten anziehen! Bei der Abfahrt kamen bereits die ersten Tropfen. Nach etwa einem Kilometer mussten wir uns unter dem Dach einer Tankstelle vor dem heftigen Schauer in Sicherheit bringen. Es lag eine relativ lange Tour vor uns, so dass wir uns zwangsläufig in den Regen begeben mussten.

verfahren!

Die Route war zunächst leicht ansteigend, so dass sich unsere Gruppe immer weiter auseinander zog. Ich fuhr voran, hinter mir Magdalena und Walter. Wegen des Regens konnte ich dummerweise auf meinem Navi nichts erkennen. So passierte, was passieren musste: bei Kilometer 9,5 verpasse ich eine Abzweigung. Wir fuhren zunächst durch einen Tunnel, vor Saint-Amandin kommen mir die Angaben auf den Wegweisern verdächtig vor: die Straße führt nach Condat. Stopp! Sofort anhalten und das Navi befragen. "Super – wir sind falsch und haben den Rest der Gruppe verloren". Wir fuhren so schnell wie möglich die etwa 2 km zurück, doch vom Rest der Gruppe war keine Spur mehr zu sehen. Ich hatte sie das letzte Mal etwa 500 Meter zurück im Rückspiegel gesehen. Also mussten sie jetzt weit voraus sein. Sie dachten wahrscheinlich, dass wir weit voraus sind. Es ging zunächst relativ steil hinunter, so dass Magdalena vorsichtig fuhr und zurück blieib. Walter sollte jetzt so schnell wie möglich voraus fahren um die anderen einzuholen. Ich wollte bei Magdalena bleiben. Doch nach nur etwa 1 km stand Walter an einer Abzweigung und wartete wie abgesprochen auf uns. Von den anderen keine Spur. Wir mussten hier laut Planung nach Rechts abbiegen. Ich konnte davon ausgehen, dass auch Klaus diese Richtung gefahren sein wird. Wir legen uns wieder ins Zeug um sie einzuholen. Nach etwa 300 Metern hörte ich auf einmal meinen Namen aus einem Gebäude, an dem ich soeben vorbei fuhr. Klaus, Martin und Harald hatten sich darin untergestellt. Sie hatten bemerkt, dass wir uns wohl verfahren hatten und versuchten gerade uns per Handy anzufunken. Ich hatte vor lauter Aufregung noch gar nicht an mein Handy gedacht. Es war wegen des Regens tief im Gepäck verstaut, so dass ich es nicht hören konnte. Ende gut - alles Gut!

bitte keine Pause!

Die weitere Route stieg nur noch an, so dass es unter der Regenjacke genau so feucht wurde wie außen. Jetzt nur nicht stehen bleiben und kalt werden! In Saint-Genès-Champespe waren wir mit etwa 1000 m Höhe auf dem höchsten Punkt dieses Abschnitts angekommen. Hier waren viele Abzweige, so dass wir unbedingt auf den Rest der Gruppe warten mussten. Nach etwa 2 Minuten kamen sie. Uns wurde inzwischen kalt, also gleich weiter fahren! Etwa 10 km weiter kam die nächste Abzweigung. Wir warten wieder, doch von Magdalena und Klaus war nichts zu sehen. Nach fast 5 Minuten kommen sie daher, Klaus war sichtbar verärgert.

Wir sprachen uns kurz ab, dass bald die Abzweigung käme, ab dem wir nicht mehr der ursprünglichen Planung folgen wollten. Wir wollten wegen des schlechten Wetters eine weniger hohe Route fahren. An der entscheidenden Abzweigung fuhren wir prompt die ursprünglich geplante Route weiter. Kurz vor Chastreix wischte ich die Regentropfen von meinen Navi und sah, dass wir falsch fuhren.

nicht noch höher in die Wolken!

Es kommt zu einer kurzen Diskussion. Klaus wollte jetzt doch wieder die alte Route fahren. Ich konnte aber in der Karte zeigen, dass wir bis jetzt keinen wirklichen Umweg gefahren sind und uns sogar einen Anstieg erspart haben. Nach etwa 1 Km waren wir auf Kurs. In La Tour d' Auvergne war die Gruppe wieder weit auseinander gezogen. Aber die Wegweiser zeigten unzweifelhaft nach La Bourboule, so dass wir trotz der bis zum Boden hängenden Wolken beruhigt weiter weiterfahren konnten. Am Col de la Soeur (1149 m) hielten wir (Harald, Martin, Walter und ich) für ein Foto kurz an – es war das einzige Foto dieses Tages. Ab jetzt ging es 300 Meter bergab.

Als wir vor dem Hotel in La Bourboule ankommen steht bereits das Fahrrad von Margareta vor der Rezeption! Wir konnten es erst nicht glauben. Aber Margareta hatte wieder einmal bewiesen, dass sie mit ihrer Fahrweise effektiv schneller war.

optimales Hotel für das bescheidene Wetter

Wir konnten unsere Fahrräder in einem Abstellraum abseits des Hotels unterstellen. Der Zugang zum Fahrradraum war über ein Tor und eine Tür gesichert, für die jeweils ein Zahlenkode notwendig war. Gerade als ich hinaus gehen wollte, schloss sich vor mir das Tor. Die anderen waren bereits im Hotel und ich kannte den Zahlenkode nicht. Man hatte mich jedoch sofort vermisst, so dass ich schnell befreit wurde.

 Das Hotel le Charlet in La Bourboule erwies sich unter diesen Bedingungen als ein Glücksfall für uns. Im Keller befand sich ein Pool und eine Sauna, gerade das richtige um die nasskalte Tour ohne gesundheitliche Schäden zu überstehen. Das passte aber auch irgendwie, denn La Bourboule ist ein alter Kur- und Badeort.


Tagesbilanz: ca. 59 km, 1050 Höhenmeter, 4¼ Std. Fahrzeit, Durchschnitt: 13,7 km/h, 6,0°C

12. Tag - La Bourboule bis Chamalières

 Mittwoch, 29. Mai : Das Wetter war wieder enttäuschend, bereits am Morgen Regenschauer, so dass wir unsere Regensachen gleich im Hotel anziehen mussten. Wegen des Regens haben wir kaum etwas von La Bourboule und der Umgebung sehen können.

Schneeregen

Irgendwann kam uns ein Auto mit 5 cm hohem frischem Schnee auf dem Dach entgegen, was schlimmes befürchten lies. Von Le Mont-Doreaus waren schneebedeckte Hänge zu sehen. Am Lac de Guery, mit 1270m der höchste Punkt unserer Tour, erwartete uns Schneeregen. Die Landschaft verlockte eher zum Skifahren wie zum Radfahren. Zu Anfang des Downhill habe ich es vorgezogen, vorsichtshalber ein Paar Einmal-Handschuhe über zuziehen. Das Bike rollte hier mit über 50 km/h abwärts. Die Temperatur betrug bei Schneeregen nur 3 Grad. Später ergab die Auswertung des Radcomputers einen Windchill-Wert von Minus 12 Grad !

herzlicher Empfang

 Kurz vor Orcival wartete am Straßenrand bereits ein Empfangskomitee des Radclub von Chamalières COC auf uns. Wir sollten ihnen bis Orcival folgen. Dort wartete ein großer Empfang und ein "Indoor"-Picknick auf uns. Der Schneeregen hatte hier unten aufgehört. Der heiße Tee war gerade richtig um uns wieder "auftauen" zu lassen.

Nach dem gemeinsamen Essen mit den Mitgliedern des Radclubs fuhren sie ebenfalls mit ihren Rädern mit uns hinunter nach Chamalières. Die Route führte über den letzten Pass, dem "Col de la Mardas" (1065m), wobei es wieder einmal regnete. Die weitere Route führte vorbei am Puy de Dome, von dem aber wegen der tief hängenden Wolken nichts zu sehen war. Hier mussten wir eine Weile warten, bis dass ein Mitglied des COC eine Reifenpanne repariert hatte. Danach ein letzter fast endlos erscheinen der Downhill hinunter nach Chamalières (insgesamt etwa 450 Höhenmeter).

offizielle Begrüßung in Chamalières

Am Mairie von Chamalières erwartete uns ein offizielles Empfangskomitee, sowie die Bekanntmachung mit den Gastfamilien. Ich weiß nicht, ob ich mehr von der Kälte während des Downhills oder vor Aufregung gezittert habe ...

in der Gastfamilie

Ich war bei Marie und Jean-Jacques untergebracht. Jean-Jacques fuhr mit seinem Fahrrad voraus zu ihrem Haus in Nohanent, in den Hügeln nördlich oberhalb von Chamalières. Marie hatte ein Abendessen vorbereitet. Während des Abends konnten wir uns vorwiegend in Englisch verständigen. Es war sehr ein interessantes Erlebnis so direkt eine französische Familie kennenzulernen. Die Gastfreundschaft war echt super!


Tagesbilanz: ca. 49 km, 790 Höhenmeter, 3 Std. Fahrzeit, Durchschnitt: 16,5 km/h, 6°C

13. Tag - Chamalières

Donnerstag, 30. Mai : Für diesen Tag war im Rahmen der Feiern zur 30-jährigen Städte-Partnerschaft zwischen Chamalières und Geretsried ein gemeinsamer Besuch des Tierparks "Parc Animalier du Cézallier" in Arles (etwa 40 km südlich von Clearmont-Ferrand) geplant. Marie und Jean-Jacques fuhren mit Harald und mir in ihren Auto dort hin.

Zunächst gab es ein Picknick, wozu ich von Marie und Jean-Jacques eingeladen wurde. Danach schlenderten wir durch den Tierpark. Leider gab es wieder Regen.

großes Abendessen

 Zurück in Chamalières unternahmen Marie und Jean-Jacques mit mir einen kleinen Einkaufsbummel.

Am Abend ein gemeinsames Abendessen mit dem COC. Zuvor zeigten mir Marie und Jean-Jacques im Bahnhof der Bahn zum Puy de Dome (Bild) eine Ausstellung. Der Puy de Dome war nach wie vor von Wolken verhangen.

14. Tag - Paris

Freitag, 31. Mai : Jean-Jacques weckte mich bereits gegen viertel vor fünf. Marie hatte ein Frühstück und ein Lunch-Paket für mich vorbereitet. Jean-Jacques hatte schon bereits am Vorabend mein Fahrrad auf dem Fahrradträger seines Autos verladen, so dass wir gleich zum Gare Clearmont- Ferrand fahren konnten. Ursprünglich hatte ich geglaubt, ich könnte diese Strecke selbst mit dem Rad fahren, aber dafür kannte ich mich dann doch zu wenig aus in Chamalières und Clearmont-Ferrand. Wegen der vielen Einbahnstraßen und Baustellen hatte sogar Jean-Jacques leichte Probleme den Bahnhof auf dem kürzesten Weg zu erreichen. Die anderen unserer Gruppe waren ebenfalls zum Bahnhof gefahren worden. Man half uns sogar bis in den Zug hinein. An dieser Stelle ein "Merci beaucoup" an die Mitglieder des COC .

in Paris

Nach etwa dreistündiger Fahrt kam der Zug im Pariser Gare de Bercy an. Wir standen jetzt mit unseren Fahrrädern mitten in Paris und hatten den ganzen Tag Zeit. Das Wetter war trüb aber trocken. Nichts sprach dagegen eine Radtour durch Paris zu unternehmen. Walter und ich hatten jeweils eine Karte, in welche die Sehenswürdigkeiten eingezeichnet waren.

Wir einigten uns, erst einmal zur Seine zu fahren. Aber das war leichter gesagt wie getan, denn wir konnten keine durchgängige Straße finden. Als die Seine endlich in Sicht kam änderten wir abrupt die Richtung. Dabei stürzte Magdalena an einer hohen Bordstein kante. Zum Glück passierte ihr nicht viel. Ein paar hundert Meter weiter verschafften wir uns auf der Port de la Gare einen Überblick. Dann weiter an der Seine entlang bis zum Gare de Lyon und zur Bastille. Dort war gerade eine kleine Demonstration im Gange. Unser nächstes Ziel war die Notre-Dame. Hier standen die Besucher in einer bestimmt hundert Meter langen Schlange an. Niemand von uns kam deshalb in Versuchung die Notre-Dame von innen zu sehen wollen.

In der Nähe von Saint-Michel war uns danach, ein Café aufzusuchen. Es gibt wohl ausreichend Cafés in Paris, aber wohin mit unseren Rädern und dem Gepäck? Wir konnten schließlich eins finden, vor dem wir in Sichtweite unsere Räder an Laternen anketten konnten. Die Preise waren schockierend: eine Tasse Schokolade für 4,90 Euro! Aber was will man in Paris anderes erwarten?

Weiter Flussabwärts an der Seine entlang, dann über die die Pont Neuf und zum Musée du Louvre. Nach ein paar Fotos mit der gläsernen Pyramide im Hintergrund durch den Jardin des Tuileres zum Place de la Concorde und weiter über den Champs Elysées bis zum Place Charle de Gaulle mit dem Triumpfbogen. Dann auf der Avenue Kléber bis zum Trocadéro. Von hieraus hat man eine wunderschöne Aussicht über Paris mit dem Eiffelturm.

Keine Frage, dass der Eiffelturm jetzt unser nächstes Ziel war. Auf der Pont d' léna kommen uns ein paar Souvenir-Verkäufer entgegen gerannt, hinter ihnen ein paar Polizisten auf Fahrrädern. Wir konnten nicht sehen ob sie gefasst wurden. Auf jeden Fall hatten wir in den nächsten Minuten Ruhe vor ihnen. Bereits zuvor wurden wir zig-mal angequatscht um ihnen einen Mini-Eiffelturm abzukaufen. Wir verweilten eine ganze Zeit vor dem Eiffelturm und beobachteten unter anderem die vielen Menschen, die in langen Schlangen an den Aufzügen anstanden.

Weiter durch den Champ de Mars bis zur Ècole Militare und zur Esplanade des Invalides. Von hier aus ein Blick zum Hôtel des Invalides mit der goldenen Kuppel auf dem Dóme. Über den Esplanade des Invalides und die Pont la Alexandre III weiter in Richtung Grand Palais.

Lost in Africa ...

 Wir wurden allmählich müde und entschlossen uns jetzt in Richtung Gare de l'Est zu fahren. Auch wurde der Verkehr wegen der beginnenden Rush Hour unerträglich. Von der Seine aus fuhren wir den Boulevard de Strasbourg bis zum Gare de l'Est. Während wir vor einer roten Ampel warteten quatscht uns ein Schwarzer mit " you're not from Africa !" an. Ich denke mir, eine freundliche Gegend ist das hier und tue besser so, als hätte ich ihn nicht verstanden. Es war etwa 17 Uhr als wir am Gare de l'Est ankamen. Wir hatten noch drei Stunden bis zur Abfahrt unseres Zuges. Also Zeit genug für ein Abendessen. Wir entschlossen uns deshalb, ein dafür geeignetes Restaurant zu suchen. Nach einigen hundert Metern gaben wir frustriert auf. Wir hatten den Eindruck uns in einer Asiatischen Stadt verirrt zu haben. Weit und breit war kein Restaurant nach unserem Gusto zu finden. Wir fuhren zurück zum Gare de l'Est und wechselten uns in der Bewachung der Räder und des Gepäck ab, wobei wir uns im Bahnhof etwas ess- und trinkbares suchten.

nichts Neues von der Bahn

  Unser Zug und das Gleis wurde erst wenige Minuten vor der Abfahrt angekündigt. Unser Fahrradabteil war dann auch noch im allerletzten Wagon. Das war ungerecht! Wir waren drei Stunden zu früh am Bahnhof und jetzt war trotzdem wieder Stress angesagt um die Fahrräder zu verladen. Unser Schlafwagenabteil befand sich weiter vorne im Zug, so dass wir den Bahnsteig wieder zurück laufen mussten, denn in den engen Gängen des Zuges war wegen der vielen Menschen ohnehin kein Durchkommen möglich. Im Schlafwagenabteil angekommen, überkommt mich der Frust: wieder so ein unbequemes Abteil, der Zug hatte nicht einmal einen Speisewagen und die Toilette in unserem Wagon war abgesperrt da offensichtlich defekt. Das sollte wieder so eine Horror-Fahrt werden ...


Tagesbilanz: ca. 25 km

15. Tag - Heimkehr

 Samstag, 1. Juni : Nach elf Stunden Fahrt kam der Zug um kurz vor 7 planmäßig in München an. Ich freute mich schon auf die Dusche und frische Kleidung. Wir erreichten gerade rechtzeitig die S-Bahn nach Wolfratshausen und ersparen uns so das Warten. Die S-Bahn war fast leer, kein Gedrängel wie bei der Hinfahrt. Die Landschaft schaute aus wie nach tagelangem Dauerregen, doch es regnete bei der Ankunft in Wolfratshausen ausnahmweise gerade nicht. Wir verabschiedeten uns und fuhren mit den Rädern heimwärts.

Es herrschte zu dieser frühen Stunde so gut wie kein Verkehr in Wolfratshausen. Es standen große Pfützen auf der Straße. Ein Autofahrer erinnert mich jedoch brutal daran, dass ich jetzt wieder in Deutschland bin in dem er mich ohne Notwendigkeit mit nur einer handbreit Seitenabstand überholt und vorsätzlich ganz dicht vor mir ein-schert, ganz offensichtlich um mich nass zu spritzen weil ich zuvor einen Bogen um die Pfützen fuhr.


Am 11. März 2014 berichteten wir in den Geretsrieder Ratsstuben mit einem Bildervortrag über diese Radtour.